Erstmal Indien

barbara Herzenswünsche 0 Comments

Phil und ich hatten uns länger nicht gesehen, da ich mich in Deutschland um wichtige Angelegenheiten kümmern musste.

Wir wollten und in New Delhi treffen, da er dort zu tun hatte. Er arbeitet und ich möchte die Stadt erkunden. Allerdings sollte ich seiner Meinung nach nur mit einem Guide unterwegs sein, oder mit dem Taxi zum Ort meiner Begierde gebracht werden und wieder abgeholt. Ok, dann schaue ich es mir erst einmal an und entscheide dann.

Ich wollte mir noch etwas Gutes tun bevor ich los flog!  Ein wenig Feuchtigkeit durch Hyaloron Unterspritzung für meine extrem trockene und kratzende Gesichtshaut.

Ich ging also genau einen Tag vor Abflug zu Frau Dr…. und lies mich behandeln. Ich habe sehr empfindliche Haut und das ein blaues Fleckchen hier oder da passieren kann war mir klar. Aber so wie ich hinterher aussah, da erschrak sogar Fr Dr… Ich habe nicht reagiert als die Assistentin mir auch noch die malträtierten Stellen mit Desinfektionsmittel abrieb.

Mein Gesicht war, vor allem Augen und Mund dick geschwollen. Mit glühenden Backen und Schmerzen ging ich nach Hause.

So eine Schei………………

Am gleichen Abend hatte ich Blutagüsse an Augen und Mund.

Ich mußte erstmal Phil aufklären. Na wunderbar, meinte er Augenzwinkernd, alle denken ich hätte dich geschlagen. Mit allen meinte er seine Kollegen die im gleichen Hotel wohnen und die mich zum ersten mal sahen. Meine Güte sehe ich aus! Zu allem Glück habe ich auch noch Tränensäcke bekommen. Heul.

Phil meinte er sei kein Mann für den man so was machen müsste. Ich hatte es ja für mich gemacht und es ist voll in die Hose gegangen.

Jetzt habe ich die ganze Zeit meine Brille, auf mit der ich lesen kann, aber sonst nichts sehe.

Ich also ins Flugzeug und ab nach Dehli. Ankunft Dehli Airport 1.55 Uhr. Ich hatte meine neuen hohen Stiefeletten an, die ich so toll fand.

Die Schuhe ziehe ich im Flugzeug immer aus, da ich meistens Langstrecken fliege. Kurz vor Ankunft wollte ich die Stiefeletten anziehen, aber sie passten nicht mehr. Zum ersten mal sind meine Füße ein bisschen angeschwollen. Also Socken aus und reingezwängt.

Oh Gott! jetzt damit laufen. AUA!

Raus aus dem Flieger und mit meinem e-visa in die Schlange zur Passkontrolle gestellt. Nach dreißig Minuten hätte ich mich gerne hingelegt. Nach einer Stunde war ich kurz vor dem Heulen. Nach 1,5 Stunden war ich fix und fertig, aber endlich dran. Indien ist sehr gründlich bei der Kontrolle der Einreisewilligen.

Mein Mann hatte für mich einen Transfer zum Hotel bestellt. Hoffentlich was der noch da. Ich konnte kaum noch laufen und versuchte einigermaßen würdevoll zum Gepäckschalter und dann zum Ausgang zu humpeln. Keine Zeit mehr zum Geld wechseln, einfach nur noch raus. Tatsächlich, der Fahrer war noch da und fragte mich ob ich mit einem anderen Flug gekommen wäre. Leider nein.

Mit blauem Gesicht und schmerzenden Füßen quälte ich mich zum Auto.

Halb erfroren im Hotel angekommen, da der Fahrer es gut meinte und die Klimaanlage im Auto auf gefühlte 5°C gestellt hatte. Ich muß zu seiner Verteidigung sagen, das er die Klimaanlage nach meiner Intervention sofort auf gefühlte 10°C hoch gedreht hat.

Der Fahrer war ein sehr netter Mann, der mir erklärte, dass der dichte Nebel durch den wir fuhren zu bedeuten hatte. In Indien wurde drei Tage das Fest Diwali gefeiert und soviel Rauch durch Feuerwerke produziert wurde, das jetzt ganz Delhi im Nebel ist.

(Das Lichterfest Diwali ist für hinduistisch geprägte Länder von großer Bedeutung, auch wenn es kein Nationalfeiertag ist. Diwali ist mit dem deutschen Weihnachtsfest vergleichbar, da es ebenso freudvoll und von einem spirituellen Charakter geprägt ist.)

Kaum vorstellbar das dadurch so ein Nebel produziert werden kann.

Phil erklärte mir später, dass das Haze ist Smog. Und der geringste Teil das Feuerwerk. Fürchterlich.

Endlich im Hotel angekommen wurde erst das Auto am Eingang untersucht und nachher ich und mein Gepäck. Hohe Sicherheitsbestimmungen, da so viele Anschläge in letzter Zeit waren.

Ohne Brille in die Nachtlobby gehumpelt, Pass zeigen, Zettel ausfüllen, viermal nein sagen ich habe keine Buisnesscard und unterschrieben. Dann sollte ich eine Anzahlung tätigen. Mittlerweile war es 4 Uhr. Jetzt war es mir wirklich zuviel. Ich erklärte mit meinem immer noch schlechten Englisch,  dass mein Mann gesagt hat ich müsse nichts weiter machen als anreisen, um alles andere kümmere er sich. Und er käme in 20 Stunden an. Der Herr stutzte erst und dann lies er mich von einem jungen Mann der meinen Koffer transportierte auf mein Zimmer bringen. Noch 500 m Hotelflur und dann habe ich es geschafft. Auf dem Weg wurde ich noch mit allen relevanten Informationen versorgt. Puh, Zimmertüre zu !

Unter lautem Klagen zog ich die Schuhe aus und lies mich malträtiert wie ich war ins Bett fallen.

Am nächsten Morgen waren meine Augen noch blauer. Mittlerweile kam gelb hinzu. Ich sah aus. Mutig ging ich zum Frühstücksbuffet. Alle schauten mich an. Danach zurück ins Zimmer weiter schlafen.

Zum Essen ging ich nicht mehr.  Ich legte mich nachmittags in die Badewanne und pflegte mich ein bisschen. Kalte Kompressen auf die Augen.

Und wieder schlafen. Die Woche vor meinem Abflug war ich sehr angestrengt mit extrem wenig Schlaf. Es gab noch so viel zu organisieren. Zum Glück habe ich eine sehr patente Tochter und eine ebenso patente Mitbewohnerin. Somit ist alles in guten Händen in unserer deutschen Mädels-WG.  „Wunderpretty“

Und wieder geschlafen, dann die Minnibar ausgeräubert. Schokolade und Bier im Bett und einen englischen Film geschaut.

Mein Flim war gerade zu ende da schneite Phil herein. Er sagte keinen Pieps zu meinem Aussehen. Wir lagen zusammen im Bett und erzählten noch ein bisschen. Für den Sonntag hatte er einen Tagesausflug geplant. Taj Mahal und Khrishna Tempel. 4.30 aufstehen Abfahrt 5.00 Uhr. 180 km fahren. Bzw. fahren lassen, ist besser in Indien. Ich bin gespannt.

 

 

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